Wie werden Getränke wie Fruchtsäfte, Mineralwasser oder Softdrinks abgefüllt – und welche Technik steckt dahinter? Bei einem Besuch bei der Krones AG in Neutraubling erhielten die Schülerinnen und Schüler des Leistungsfachs Wirtschaft und Recht am Gymnasium Neutraubling spannende Einblicke in die Geschichte und Produktion moderner Abfüllanlagen.
Zu Beginn der Betriebsbesichtigung der Krones AG erfolgte ein Blick in die Geschichte des Unternehmens. Im firmeneigenen Museum wurde anschaulich gezeigt, wie sich die Abfüll- und Verpackungstechnik im Laufe der Jahrzehnte entwickelt hat. Bereits in den 1950er-Jahren spielte beispielsweise die Etikettierung von Flaschen eine wichtige Rolle. Heute ist Krones weltweit tätig; der Standort Neutraubling ist dabei der größte des Unternehmens.
Besonders beeindruckend waren die Dimensionen der Produktion. Rund 70 Prozent der benötigten Teile werden bei Krones selbst hergestellt. Dafür werden große Mengen Edelstahl verarbeitet: Jährlich sind es rund 20.000 Tonnen V4-Edelstahl.
Einen interessanten Einblick erhielten wir auch in die Art der Fertigung: Ein Team baut meist eine Maschine von Anfang bis Ende auf, wobei die einzelnen Mitarbeitenden jeweils bestimmte Arbeitsschritte übernehmen. So wurde deutlich, wie viele Fachbereiche beim Bau einer modernen Abfüllanlage zusammenspielen.
Auch die Geschwindigkeit der Anlagen ist beeindruckend. Bei kohlensäurehaltigen Getränken können etwa 20 Flaschen pro Sekunde abgefüllt werden. Noch höhere Geschwindigkeiten sind hier nicht sinnvoll, da trotz des hohen Tempos die exakt vorgeschriebene Füllmenge erreicht werden muss. Bei Dosen sind aufgrund ihrer größeren Öffnung teilweise noch höhere Geschwindigkeiten möglich.

(Foto: StRin M. Stahl)
Eine zentrale Rolle spielt zudem die Hygiene. Ablagerungen und Verunreinigungen müssen bei der Getränkeproduktion zuverlässig verhindert werden. Deshalb werden beispielsweise Edelstahlrohre möglichst gebogen statt geschweißt. So entstehen weniger Stellen, an denen sich Ablagerungen bilden können. Je nach Produkt und Verfahren kann die Abfüllung bei Temperaturen von über 80 Grad Celsius erfolgen, etwa bei Fruchtsäften. Andere Getränke werden bei Raumtemperatur mithilfe spezieller Vorrichtungen keimfrei abgefüllt.
Zu den Kunden von Krones gehören zahlreiche bekannte Unternehmen der Getränkeindustrie, darunter auch Coca-Cola. Neben der technischen Leistungsfähigkeit müssen dabei beispielsweise auch bestimmte Flaschenformen berücksichtigt werden, die markenrechtlich geschützt sein können.
Zum Abschluss erhielten wir Einblicke in das Thema Nachhaltigkeit. Die bei Krones eingesetzten Flaschen können inzwischen bis zu 100 Prozent recycelt werden.
Der Besuch bei Krones zeigte eindrucksvoll, wie viel Technik, Präzision und Teamarbeit hinter einem Produkt steckt, das im Alltag selbstverständlich erscheint: der abgefüllten Getränkeflasche.
StRin M. Stahl